Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Boizenburg: KPDler hören Radio Moskau

29. Juli 1936

Kommunistischer Widerstand Rundfunkverbrechen

In Boizenburg hatte Rudolf Severin im Jahr 1935 Mitglieder der KPD um sich versammelt. Um Radio Moskau empfangen zu können Fall versah er sein Radio mit Zusatzspulen. „Diese Spulen versteckte er nach jeder Sendung sorgfältig unter dem Dach seines Gartenhauses. Die nationalsozialistischen Richter konnten ihm später nicht nachweisen, daß er die Sendungen von Radio Moskau abgehört und verbreitet hatte. Sie veranlaßten, daß das beschlagnahmte Rundfunkgerät zur Überprüfung seiner Empfangsmöglichkeiten einem Sachverständigen übergeben wurde. Bei der Haussuchung waren der Gestapo die gut versteckten Zusatzspulen nicht in die Hände gefallen. So ahnte der Sachverständige nichts von deren Existenz und mußte in seinem Gutachten einschätzen, daß Rudolf Severin mit seinem Rundfunkgerät nicht den Moskauer Sender hatte empfangen können. Die Anklage brach zusammen, und alle Verhafteten mußten am 29. Juli 1936 freigesprochen werden.“[1]

[1] Vgl. Jahnke, Karl Heinz: Der antifaschistische Widerstandskampf unter Führung der KPD in Mecklenburg 1933 bis 1945, Berlin 1985, S. 143ff.

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