Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Weiße Krug: Polnischer Landarbeiter hilft russischen Kriegsgefangenen und wird verurteilt

28. September 1943

Widerstand am Arbeitsplatz Zwangsarbeit Hilfe für Kriegsgefangene Widerstand durch Ausländer Rundfunkverbrechen Stalingrad

Anton Michalski „war 1915 als Landarbeiter aus Polen nach Deutschland gekommen. Seit 1935 arbeitete er im Forst ‚Weißer Krug‘ bei Blankenberg. Hier kamen auch 1942 40 sowjetische Kriegsgefangene zum Arbeitseinsatz. Anton Michalski wurde zeitweilig bei ihnen als Hilfsaufseher eingesetzt. Er nutzte jede Gelegenheit um ihr schweres Los zu erleichtern. Gut zustatten kamen ihm dabei seine russischen und polnischen Sprachkenntnisse. Gestützt auf die Nachrichten ausländischer Rundfunkstationen unterrichtete Anton Michalski die sowjetischen Gefangenen über die Lage an der Front. Ausführlich informierte er am 29. Januar 1943 über den Ausgang der Schlacht an der Wolga und äußerte seine Überzeugung, daß die Rote Armee nun auch bald nach Deutschland kommen würde. In den Gesprächen übte er heftige Kritik an den sich immer mehr verschlechternden Lebensverhältnissen. Am 31. Januar 1943 wurde Anton Michalski verhaftet und am 28. September 1943 zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.“[1]

[1] Jahnke, Karl Heinz u. A.: Der antifaschistische Widerstandskampf unter Führung der KPD in Mecklenburg 1933 bis 1945, Berlin 1985, S. 234.

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