Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Stralsund: Sozialdemokrat verteilt illegale Schriften.

12. Januar 1945

Sozialdemokratischer Widerstand Nationalkomitee Freies Deutschland Anwälte

Der in Stralsund aufgewachsene Sozialdemokrat Wolfgang Heinze war in Leipzig Betriebsdirektor aber auch Mitglied des „Nationalkomitees Freies Deutschland“. Während seiner gelegentlichen Besuche in Stralsund verteilte er illegale Schriften. Die Gestapo verhaftete ihn im August 1944. Sein Ankläger sagte: „Dieser Mensch, ein Jurist, ließ als Direktor einer Fabrik, eines Rüstungsbetriebes, Arbeiter in sein Büro kommen, anrüchige Elemente, die aus dem Zuchthaus kamen, und bot sich ihnen als Kampfgefährte an. ‚Ich bin euer Mann, ich bekenne mich zu eurer illegalen Bewegung. Ich kenne eure politische Plattform, schürt die Unzufriedenheit gegen Hitler! Wir müssen Widerstand leisten, soweit das nur möglich ist.‘ Ist das zu glauben für den Direktor einer Fabrik! Sie sind ein ganz großer Lump. Sie haben mit Kommunisten gemeinsame Sache gemacht. Sie haben nichts anderes als den Tod verdient.“ Kurz vor seiner Hinrichtung am 12. Januar 1945 schrieb Heinze: „Ich glaube nach wie vor an die Mission der menschlichen Vernunft, gegen die Dummheit zu kämpfen und die Menschen aus der Barbarei zu führen. ich glaube weiter, daß es möglich ist, der Menschheit den Frieden zu bringen ... Gelingt dies, so wird auch eine neue Moral, die seit 2000 Jahren nicht Schritt gehalten hat mit der Wissenschaft, nicht ausbleiben und die Beziehungen, die Liebe, die Freundschaft und andere Zuneigungen erschließen, wird das Leben mit neuem Wert erfüllen. Die Voraussetzungen für die Durchführbarkeit dieser Fragen hat die Wissenschaft seit Jahrzehnten geschaffen.“[1]

[1] Jahnke, Karl Heinz u. A.: Der antifaschistische Widerstandskampf unter Führung der KPD in Mecklenburg 1933 bis 1945, Berlin 1985, S. 236f.

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