Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Gessin: Regina Koschelsky wegen Arbeitsvertragsbruch verurteilt

23. April 1944

Arbeitsvertragsbruch

Die 21 Jahre Regina Koschelsky war 1944 Landarbeiterin in Gessin.  Angeblich am 23. April 1944 an Gelbsucht verstorben wurde sie tatsächlich zuvor wegen „Arbeitsvertragsbruch“ verurteilt und verstarb in der Strafanstalt in Bützow. Am 12. März 1944 schrieb sie an ihre Mutter: „Ich bin jetzt krank, denn ich kann die Luft in der Fabrik nicht ab ... Morgen kann ich nicht zur Arbeit, denn ich kann nicht leben oder sterben, denn ich bin doll erkältet. Ich habe immer nasse Füße gehabt. Wenn ich könnte, möchte ich ganz aus der Fabrik, denn die Arbeit ist da zu schwer für mich ... Nun alles Gute bis zu einem frohen Wiedersehen. Noch 37 Tage, dann bin ich bei Euch.“ Die Mutter hat diesen Brief nie erhalten, weil die Gefängnisverwaltung seine Weiterleitung verbot.[1]

[1] Vgl. Jahnke, Karl Heinz: Der antifaschistische Widerstandskampf unter Führung der KPD in Mecklenburg 1933 bis 1945, Berlin 1985, S. 274f.