Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Stralsund: Staat will Diakon wegen "Turmblatt" disziplinieren

25. Mai 1988

Samisdat Evangelische Offene Jugendarbeit

Ein Vermerk der Kirche über ein Gespräch mit dem Referenten des Rates des Bezirkes für Kirchenfragen, Macht, am 25. Mai 1988 bestätigt, daß dieser Diakon (Torsten) Hennig über das Konsistorium disziplinieren wolle. Macht äußerte sich gegenüber dem Kirchenvertreter, „er wolle ein Verfahren gegen Hennig wegen des ‚Turmblattes‘ nicht, obwohl er es jederzeit eröffnen könne. Macht schlug vor, der Kirchenleitung sollten die ‚Tunnblätter‘ mit der Frage vorgelegt werden, ob sie diese Erzeugnisse zu decken bereit sei. Dahinter verbarg sich die Absicht, mit einem leicht drohenden Unterton die Greifswalder Landeskirche daran zu erinnern, daß sie weiter an ihrem kirchenpolitischen Kurs festhalten solle. Ob die ‚Turmblätter‘ tatsächlich zur Ansicht der Kirchenleitung gelangten, kann nicht gesagt werden.“[1]

[1] Saß, Rahel von: Der "Greifswalder Weg". Die DDR-Kirchenpolitik und die Evangelische Landeskirche

Greifswald 1980 bis 1989, Schwerin 1998, S. 150 S. 152.