Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin: Priester Bernhard Schräder hält polnisch-sprachige Gottesdienste

8. April 1940

Widerstand aus der Katholischen Kirche

Durch die Polizeiverordnung vom 8. April 1940 war „polnischen Zivilarbeitern und Zivilarbeiterinnen“ Mecklenburgs die „Teilnahme an deutschen kirchlichen Veranstaltungen“ verboten. Der Schweriner Priester Bernhard Schräder hatte dies zuvor hingegen gefördert. „In den Jahren vor Kriegsausbruch hatte Pfarrer Dr. Schräder noch öffentlich polnisch-sprachige Gottesdienste für die damals schon zahlreichen polnischen Katholiken in Schwerin in der katholischen Pfarrkirche halten lassen. In den lückenlos geführten Aufzeichnungen Schräders über die ‚Polengottesdienste ‚ findet man ab 1941 immer häufiger Vermerke wie ‚nicht genehmigt‘, ‚ausgefallen, da angeblich kein Raum‘, ‚ausgefallen wegen Arbeit‘ oder ‚verboten durch die Polizei‘….Seit September 1939 wurde jeden Abend in der Schweriner Pfarrkirche der Rosenkranz für den Frieden gebetet.“[1]

[1] Diederich, Georg:  Widerstand der katholischen Kirche in Mecklenburg 1933-1945, in: Friedrich-Ebert-Stiftung. Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern: Widerstand gegen das NS-Regime in den Regionen Mecklenburg und Vorpommern, Schwerin 2007. http://library.fes.de/pdf-files/bueros/schwerin/05669-20130903.pdf., S. 48.