Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Rostock: Antikommunist Walter Kempowski besucht Rostock

15. Mai 1975

Antikommunismus Literatur

Walter „Kempowski fuhr Mitte Mai 1975 für vier Tage nach Rostock, zum ersten Mal seit 27 Jahren. An der Grenze beschlagnahmte man ‚Tadellöser & Wolff‘ mit der Begründung, dieses Buch sei in der DDR nicht veröffentlicht, und er brauche sein eigenes Buch ja wohl nicht noch einmal zu lesen. Er wohnte bei einem entfernten Schulkameraden, der Kontakt zu ihm aufgenommen hatte. Kempowski besuchte die Stätten seiner Kindheit, Augustenstraße 90, ……. Die Sicherheitsorgane hatten ihn nicht beobachtet, wie er fast beleidigt feststellte. Den Bericht seines Gastgebers an die Bezirksverwaltung für Staatssicherheit, Kreisdienststelle Rostock, der vom Tag seiner Abreise datiert, fand Kempowski dann 20 Jahre später zusammen mit Meldungen über seinen zweiten Rostock-Aufenthalt im August 1977 in der im übrigen harmlosen Stasi-Akte. Man hatte ziemlich bald Kempowskis ‚negative Einstellung‘ zur DDR ‚herausgearbeitet‘. Er wurde als ‚Feind des Sozialismus‘ eingeschätzt, weil er in seinen Romanen – ‚antikommunistische Schmähschriften‘ - die Verhältnisse des Strafvollzugs der DDR verleumde und antisowjetische Hetze betreibe. Deshalb wurde er 1981 mit einer Einreisesperre belegt, die bis 1989 galt.“[1]

[1] Hempel, Dirk: Walter Kempowski Eine bürgerliche Biographie, München 2004, S. 151f

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