Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Gadebusch: Schulleiter erklärt seinen SED-Austritt

Schulen SED-Austritt

Am 15. April 1953 erklärte ein Gadebuscher Schulleiter seinen SED-Austritt mit folgenden Worten: „ Ich stehe auf dem Standpunkt, dass der Materialismus nicht vollkommen ist. Der Mensch muss etwas haben, wofür er sich einsetzt und es sich lohnt zu leben. Ich bin im Laufe des 2. Weltkrieges zu der Meinung gekommen, dass das Christentum etwas besonderes ist und der Mensch diesen Glauben braucht. Ich habe selber erlebt, wie Menschen, die im Todesbett zu Gott beten, trotz ihrer Schmerzen aber lächeln. Wenn ich die Geschichte betrachte, so muss ich feststellen, dass zu allen Zeiten an den Dingen gedreht wurde, um sie parteilich zu machen. Idealismus ist nicht Christentum. Er ist meiner Meinung nach die Lehre von Christus. Wenn auch die Russen sagen, dass er nie gelebt hat, so gibt es doch Beweise, dass er lebte. Mit dem Marxismus kommt man nicht an alle Dinge heran z.B. die Weltbildung, die Umbildung vom Affen zum Menschen.“[1]



[1] Schwabe, Klaus: Der 17. Juni 1953 in Mecklenburg und Vorpommern, Schwerin 2003, S. 89.

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