Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Zirchow: Pastor Otto Simon hilft Bausoldaten

1. September 1967

Bausoldaten

Der Bausoldatenbeauftragte der pommerschen Landeskirche, Pastor Otto Simon, führte Ende der 1960er Jahre das Pfarramt in Zirchow nahe dem Bausoldatenstandort Garz. Dort befand sich anfangs mit 80 bis 90 Bausoldaten die größte Bausoldatenkonzentration der gesamten DDR. Simon besuchte sie dort. Er erreichte,  dass eine Hälfte der Bausoldaten sonntags von 10 bis 11 Uhr am Gottesdienst außerhalb des Standortes teilnehmen konnte. Die andere Hälfte durfte den Gottesdienst im Objekt besuchen, bevor dieser Anfang September 1967 verboten wurde. Im Zirchower Pfarrhaus hielt Simon die Bausoldaten außerdem an, sich Gedanken über ihre Rolle zu machen und den „Weg der Erkenntnis von der individuellen Entscheidung zur gesellschaftlichen Verantwortung" zu gehen. Ab Anfang der 1970er Jahre wurden in Garz auch Grundsatzdokumente verfasst, die der Friedensarbeit der evangelischen Kirche Impulse verliehen.[1]

[1] Vgl. Mengel, Gert: "Der Anfang vom Ende der DDR". Die ersten Bausoldaten und die Pommersche Evangelische Kirche, Teil II,  in: Zeitgeschichte regional, 1/2000, S. 25.

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