Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Wolgast: Christlicher Lehrer vom Dienst suspendiert

12. September 1961

Christliche Schüler Lehrer

Oskar Tennigkeit war ein beliebter Lehrer an der Wolgaster Erweiterten Oberschule. Mitte der 1950er Jahre, noch während des Konfliktes um die Jugendweihe, gehörte er unter anderem dem Gemeindekirchenrat der Sankt Petri Kirche in Wolgast wie auch der Lehrer-Fraktion der pommerschen Landessynode an. Anfang der 1960er Jahre weigerte er sich, Schüler für die Nationale Volksarmee zu werben. Einen Monat nach dem Mauerbau, am 12. September 1961 wurde er im Rahmen einer Lehrerversammlung deshalb zur Rede gestellt. Diese Versammlung wurde zum Tribunal, in dem Oskar Tennigkeit beschuldigt wurde, sich nicht zu den Zielen des Sozialismus zu bekennen. Anschließend wurde er an eine Wolgaster Grundschule zwangsversetzt. Wenig später, am 12. Oktober 1961, erhielt er die Entlassung  aus dem Schuldienst. Es folgten Anstellungsverhältnisse als Arbeiter im VEB Minol Tanklager und Ähnliches. Tennigkeit starb am 30. November 1968.[1]

[1] Vgl. Halbrock, Christian: „Freiheit heißt, die Angst verlieren“ Verweigerung, Widerstand und Opposition in der DDR: Der Ostseebezirk Rostock, Göttingen 2014, S. 180f.

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