Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Woldzegarten: Kommunist hört ausländische Nachrichten und warnt Kollegen vor Krieg

4. Januar 1943

Kommunistischer Widerstand Widerstand am Arbeitsplatz Rundfunkverbrechen Landwirtschaft

Laut Zuchthausakte verstarb Eduard Hasselberg am 4. Januar 1943 um 11.40 Uhr in Bützow-Dreibergen an "Herzschwäche". Zwischen Mitte 1930 und Anfang 1933 war er Politischer Leiter der KPD Ortsgruppe Schönberg. Nach der Machtergreifung Hitlers wurde er zu einem Jahr Gefangnis verurteilt, floh aber aus der Haft. Unter falschem Namen war er fort an als Landarbeiter auf verschiedenen Gütern Mecklenburgs tätig. Ab September 1936 unter dem Namen Johann Schweiger auf dem Gut Woldzegarten. Hier hörte er ausländische Nachrichten und warnte Kollegen vor den Kriegsvorbereitungen des Dritten Reiches. Ende April 1937 wurde er denunziert, verhaftet und am 15. September 1937 zu vier Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Im Gefängnis Dreibergen-Bützow  führte er  politische Gespräche mit anderen Gefangenen und wurde in einem neuen Prozeß "wegen fortgesetzter Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens" zu einer Zusatzstrafe von drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Oberwachtrneisters Hasse meldete im Februar 1941 an die Direktion des Zuchthauses: "Häftling Hasselberg ist der Meinung, daß er dauernd von mir schikaniert wird. Weiter äußerte H. sich, wenn dies nicht nachbliebe, könne ich in der nächsten Zeit etwas erleben.“[1]

[1] Jahnke, Karl Heinz: Sie dürfen nicht vergessen werden. Widerstand gegen die NS-Diktatur in Mecklenburg 1933-1945, Rostock 2005, S. 87ff.

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