Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Stolpe: Diakon antwortet Nationaler Front

26. Juli 1961

Opposition in Katholischer Kirche

Der Diakon Gottfried Förster schrieb am 26. Juli 1961 an den Vorsitzenden des Ortsausschusses der Nationalen Front in Stolpe/Usedom als Antwort auf dessen Einladung zu einer "Sitzung": "Ich werde zu der heutigen Sitzung nicht erscheinen und bitte auch von weiteren derartigen Einladungen abzusehen. Denn niemand kann zweien Herren dienen. Wir

alle wissen, daß in der DDR die normgebende Ideologie der Marxismus-Leninismus ist. Wir alle haben das zur Kenntnis zu nehmen, ob uns das gefällt oder nicht gefällt [...] Ich aber setze meine Zuversicht auf Jesus Christus.[...] Christus diskutiert man nicht. Entweder man geht gegen ihn an, oder man glaubt und bekennt ihn. Und letzteres, meine ich, hiermit ein wenig getan zu haben.“[1]

[1] Diederich, Georg: Nationale Front und SED-Kirchenpolitik 1949-1961: Regionalstudie an Beispielen aus dem Norden der ehemaligen DDR, Schwerin 1999, S. 108.