Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin: Viele Schüler bei Friedensdekade 1981 in Schelfkirche

1. November 1981

Christliche Schüler Friedensdekade

In Schwerin besuchten 1981 fünfhundert Jugendliche zwischen vierzehn und siebzehn Jahren zwei Veranstaltungen der Friedensdekadde in der Schelfkirche und im Paulskirchenkeller. Der Staat hielt fest: „In diesen Veranstaltungen kam es zu Angriffen gegen unsere Friedens- und Sicherheitspolitik.“[1]

Als  der Schweriner Stadtrat für Inneres bei den Veranstaltungen der Friedensdekade 1984 wesentlich mehr jugendliche Teilnehmer zwischen vierzehn und sechzehn als in den Jahren zuvor registrierte berief er die Direktoren verschiedener Schulen ein. Er ermahnte sie die Jugendlichen vom Besuch der Friedensdekade abzuhalten.[2]

[1] „Drei Schülerinnen der zehnten Klasse der POS Ernst Schneller hatten in der Schelfkirche das Emblem der Friedensdekade gekauft und in der Schule getragen. Auf die Aufforderung ihres Klassenlehrers hin legten sie es ab. Eine von ihnen bemerkte, das Abzeichen sei in der DDR hergestellt worden und könne deshalb nicht verboten sein. Die Schule leitete die Namen der drei an das MfS weiter. An der Goetheschule informierte der Direktor GMS „Rolf“ das Kollegium, den Schulparteisekretär und den FDJ-Sekretär über die „negative Tendenz“ der Ausstellung und forderte sie auf, diese in der kommenden Woche in allen Klassen „auszuwerten“. Schüler, welche die Ausstellung besucht oder an Veranstaltungen zur Friedensdekade in der Schelfkirche oder im Paulskirchenkeller teilgenommen hatten, wurden vor die FDJ-Leitung der Klasse „geladen“ und mussten sich im Beisein des FDJ-Sekretärs der Schule verantworten.“ Fricke, Caroline:  Politisch bedingte Konflikte von Jugendlichen im Bezirk Schwerin 1971 – 1989, Potsdam 2014, S. 706. https://publishup.uni-potsdam....

[2] Vgl. Fricke, Caroline:  Politisch bedingte Konflikte von Jugendlichen im Bezirk Schwerin 1971 – 1989, Potsdam 2014, S. 438. https://publishup.uni-potsdam....

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