Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Groß Lüdershagen: SED-Mitglieder gegen Zwangskollektivierung

18. September 1957

Opposition durch SED-Mitglieder Kollektivierung der Landwirtschaft

„In Groß Lüdershagen, Neu Lüdershagen sowie in Lüssow bei Stralsund verfügte die SED mit zweiundzwanzig Mitgliedern zwar über eine beachtliche Ortsgruppe. Doch vertraten deren Mitglieder kaum die Linie der Partei: In einer Versammlung plädierten die pommerschen Genossen für einen ‚Sozialismus wie er in Jugoslawien besteht, wo es keine LPG'n gibt‘. Im Falle einer Zwangsgründung drohten sie, die Parteibücher zurückzugeben. Die Versammlung votierte zugleich gegen den Ausschluss eines in die Bundesrepublik geflüchteten Bauern; dieser, so die Begründung, ‚könne ja auch in Westdeutschland als Genosse arbeiten.‘“[1]

[1] Halbrock, Christian: „Freiheit heißt, die Angst verlieren“ Verweigerung, Widerstand und Opposition in der DDR: Der Ostseebezirk Rostock, Göttingen 2014, S. 115.

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