Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Greifswald: Bischof Krummacher oft staatskritisch

3. August 1901

Opposition in Evangelischer Kirche Bausoldaten Fürstenwalder Erklärung

Friedrich-Wilhelm Gustav Adolf Daniel Theodor Krummacher wurde am 3. August 1901 geboren und

  war von 1955 bis 1972 Bischof der pommerschen Landeskirche. Die DDR-Presse schrieb kritisch über ihn: „Mit welch gut gespieltem Pathos verstehen doch Bischöfe, wie Dibelius und Krummacher, die Feststellung, daß der Rat der Evangelischen Kirche eine NATO-Politik gegen den Arbeiter- und Bauern-Staat betreibt, zurückzuweisen.“[1] Als Krummacher 1960 den Vorsitz der Konferenz der Kirchenleitungen übernahm, sah der SED-Staat auch dies kritisch. Krummacher wurde nach Otto Dibelius zur wichtigsten kirchenleitenden Persönlichkeit in Ost-Deutschland. Durch Intrigen versuchte der Staat erfolglos seine Wiederwahl zu verhindern. Grund war unter anderem der Streit um das Wehrpflichtgesetz. Das älteste MfS- Dokument über Bausoldaten stammt vom vom 24. Januar 1965 und berichtet über eine Aussprache von Friedrich-Wilhelm Krummacher mit Bausoldaten in Usedom.[2] Endgültig in Misskredit geriet Krummacher durch seinen Rechenschaftsbericht auf der Fürstenwalder Synode des Jahres 1967,[3] darin forderte er den Zusammenhalt der ost- und westdeutschen evangelischen Kirchen.

[1] Motschmann, Jens: Die Pharisäer. Die evangelische Kirche, der Sozialismus und das SED-Regime, Berlin 1993, S. 88.

[2] Kricheldorf, Jan: „Sinn und Zweck eines Waffenersatzdienstes in der DDR“ (1964-1989), Bachelor–Arbeit im Studiengang: Geschichte, Berlin 2006, S. 35.

[3] http://www.zeit.de/1967/15/sed...