Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Grabow: Am 17. Juni 1953 versammelten sich hunderte Einwohner

17. Juni 1953

17. Juni 1953

Am späten Nachmittag des 17. Juni 1953 versammelten sich auf dem Grabower Marktplatz mehrere hundert Einwohner zu einer Protestdemonstration. Neben der Aufforderung, die deutschen Kriegsgefangenen aus sowjetische Haft zu entlassen, forderten sie auch den Abzug der Besatzungstruppen und sprachen sich für eine Wiedervereinigung Deutschlands aus. Außerdem sangen sie das Deutschlandlied.  Sie griffen Funktionäre an und verprügelten den SED-Kreissekretär sowie den Vorsitzenden des Rates der Stadt. Als Truppen den Marktplatz räumen wollten, beantwortete man dies mit einem Pfeifkonzert. Erst nach Gewaltanwendung verlief sich die Menge, woraufhin am Abend die Wortführer vom MfS verhaftet wurden. Gegen sie wurden Haftstrafen bis zu sechs Jahren verhängt. Am 18. Juni wurde in einem Grabower Betrieb noch einmal für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt.[1]

[1] Vgl. Kowalczuk, Ilko Sascha: 17. Juni 1953 - Volksaufstand in der DDR. Ursachen - Abläufe – Folgen, Bremen 2003, S. 178f.