Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Gadebusch: Wolf Biermann bekommt Lektion in Spezialfach ‚Widerstand‘

1. Mai 1953

Christliche Schüler Junge Gemeinde 17. Juni 1953 Biermannausbürgerung Schulen

Wolf Biermann kam im Mai 1953 aus Westdeutschland  ins Internat nach Gadebusch. Er berichtet: „In diesem lebenslänglichen Spezialfach ‚Widerstand‘ kriegte ich eine starke Lektion gleich im Mai 1953, als ich erst seit ein paar Tagen in Gadebusch gelandet war. Eine zarte, stille Schülerin der 9. Klasse, Margot Ullerich, wurde vom Rektor Clemens Ewert vor den versammelten Schülern und allen Lehrern der Heinrich-Heine-Oberschule und vor dem Bürgermeister und dem Parteisekretär der Mecklenburger Kreisstadt und unter den Glubschaugen der örtlichen FDJ-Sekretärin vom Präsidiumstisch herunter aufgefordert, sich zu distanzieren von der evangelischen Kirche. Das Mädchen sollte seinen Austritt aus der ‚Jungen Gemeinde‘ erklären. Die Antwort, sehr leise und sehr fest: ‚Nein. Ich glaube an Gott.‘“[1]



[1] Biermann, Wolf: Buntes Grau. Ein paar Details, in: Grafe, Roman (Hg.): Die Schuld der Mitläufer. Anpassen oder Widerstehen in der DDR, München 2009. S. 19.

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