Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Friedland: Sozialdemokrat stirbt in Domjüch

7. Dezember 1941

Sozialdemokratischer Widerstand

Der Friedländer Sozialdemokrat Max Rothand kam am 7. Dezember 1941 in Domjüch ums Leben. Ab 1933 wurde er mehrfach verhaftet und überwacht. Seine Tochter berichtet: „‘Wir wohnten in Friedland in der Eichstraße. …In schlimmer Erinnerung habe ich die Jahre nach 1933. Immer wieder wurde mein Vater verhaftet. Ständig gab es Haussuchungen. Männer in Uniformen standen plötzlich mitten in der Nacht in der Wohnung ... Ich fühlte mich als kleines Mädchen mehr und mehr isoliert. Andere Kinder spielten nicht mehr mit mir. Besonders schlimm war es in der Schule, es muß 1935 gewesen sein. Ich hatte eine Lehrerin, Fräulein Wollensien, die mit einer besonders häßlichen Methode die Kinder ausgrenzte, die aus Familien stammten, die den Nationalsozialismus ablehnten. Alle Kinder, die schon in einer NSDAP-Organisation waren, mußten aufstehen, sie wurden gelobt. Und dann mußten sich die an die Wand stellen, die keiner solchen Organisation angehörten. In meiner Klasse waren das zwei Kinder, ein Mädchen aus einer kommunistischen Familie und ich. Wir waren die Bösen und wußten nicht warum.‘ Aufgrund der Verfolgungen ist Max Rothand schwer erkrankt. Kurz nach Kriegsausbruch soll er 1939 wieder festgenommen worden sein. Infolge seiner Krankheit kam er nach Domjüch[1] und ist dort am 7. Dezember 1941 umgekommen.“[2]

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/...

[2] Jahnke, Karl Heinz: Sie dürfen nicht vergessen werden. Widerstand gegen die NS-Diktatur in Mecklenburg

1933-1945, Rostock 2005, S. 71f.

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