Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Burg Stargard: Lithograph hört mit Ehefrau Auslandsrundfunk und wird verurteilt

18. Dezember 1941

Rundfunkverbrechen

Der Lithograph Karl Sehlmacher war mit der Jüdin Gertrud Sehlmacher verheiratet. Im Jahr 1934 zogen sie nach Burg Stargard. Sie hörten hier regelmäßig Sendungen ausländischer Rundfunkstationen, diskutierten anschließend wegen der Schwerhörigkeit der Frau laut darüber wobei sie auch das Hitlerregime kritisierten. Nachbarn erstatteten Anzeige woraufhin beide verhaftet und am 18. Dezember 1941 zu je eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurden. „Als besonders belastend sahen die Nazirichter an, daß Frau Sehlmacher gesagt haben soll, daß Radio und Zeitungen lügen, Hitler ein Kriegsverbrecher sei und Deutschland den Krieg verlieren werde.“ Gertrud und Karl Sehlmacher wurden in Dreibergen-Bützow inhaftiert wo  Karl Sehlmacher am 30. Oktober 1942 verstarb.  Seine Frau wurde am 12. Januar 1943 im KZ Auschwitz ermordet.[1]

[1] Vgl. Jahnke, Karl Heinz: Sie dürfen nicht vergessen werden. Widerstand gegen die NS-Diktatur in Mecklenburg 1933-1945, Rostock 2005, S. 82f.