Widerstand in Mecklenburg-Vorpommern

Anklam: Widerstand gegen die Zwangsvereinigung zur SED

26. Januar 1946

Zwangsvereinigung

Auch in Anklam wandten sich SPD-Mitglieder gegen die Zwangsvereinigung mit der KPD. Ein KPD-Funktionär berichtet über die erste Kreiskonferenz von KPD und SPD am 26. Januar 1946: "Im Kreis Anklam reiste ein gewisser Fuchs im Auftrage der rechten SPD-Führer in Westberlin herum und versuchte, gegen die Vereinigung Stimmung zu machen. Auf der Kreiskonferenz der KPD und SPD am 26. 01.1946 (in Anklam) wandte sich ein SPD-Genosse ,gegen eine Vereinigung in der Ostzone, da es dann dadurch drei Arbeiterparteien in Deutschland gäbe: in der Ostzone eine Einheitspartei, im Westen eine KPD und SPD. Er verlangte Urabstimmung.' Ein anderer SPD-Redner sprach in einer ziemlich gehässigen Form gegen eine Vereinigung. Er forderte zu warten, bis die Jugend aus den Kriegsgefangenenlagern zurückgekehrt sei, die dann mitbestimmen sollte, was für eine Partei geschaffen werden müßte. Er warnte vor verfrühter Stellungnahme und verlangte ebenfalls Urabstimmung. Ein dritter Diskussionsredner (der SPD) wandte sich ebenfalls gegen eine Vereinigung und verlangte vor allen Dingen eine Urabstimmung im Reichsmaßstab. Er begann dann mit einer wüsten Hetze gegen die KPD' ...“[1] Auch SPD-Mitglied Friedrich Schwarzer[2] aus Neubrandenburg sprach sich auf dieser Konferenz gegen die Fusion aus.[3]

[1] Michels, Marko: Einheitszwang oder Einheitsdrang?! Der Vereinigungsprozess von KPD und SPD zwischen 1945 und 1950 in Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin 1999, S. 153.

[2] http://www.mv-schlagzeilen.de/...

[3] Vgl. Michels, S. 220.

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